Auf der Suche nach den Vögeln in und um Schwerin

Aus Gracies Reisetagebuch:

Große Tiere sind in Deutschland leider so gut wie gar nicht anzutreffen.
Den Affen ist das Wetter hier zu schlecht, Bären mögen seit dem Fall Bruno nicht mehr einreisen und die Wölfe machen sich aus gutem Grund unsichtbar.
Allein auf die Vögel ist in Deutschland noch Verlass.
Sie hüpfen keck durch unseren Garten……

 

 

 

…. und klappern auf der großen Wiese hinter unserem Haus.

 

In Deutschland gibt es etwa 250 verschiedene Vogelarten. Allein in unserem Garten leben 6-7 davon.
Um auch die anderen mal kennenzulernen, sucht Steffi im Internet nach besonders guten Vogelbeobachtungsgebieten.
Aha - das Gönslower Ufer am Schweriner See soll ein „Top-Vogelspot“ sein!
Wir planen einen Wochenendausflug dorthin und hoffen das Beste.

 

Ich will ein Lockvögelchen mitnehmen – für alle Fälle! – aber Steffi meint, den bräuchten wir dort nicht. Seufz….. sie wird es NIE lernen, daß man IMMER auf seinen Hund hören sollte…..

Am Gönslower Ufer auf der Ostseite des Schweriner Sees gibt es jede Menge klingelnder Radfahrer, knatternde Motor- und flatternde Segelboote und ein paar Nacktbadende.
Vögel sind abwesend.
Falls man doch mal einen hört, ist die Sicht auf ihn garantiert von dichtem Baum- und Strauchwerk verdeckt.

 

 

Tapfer wandern wir 12 km am vogelfreien Ufer entlang.
Und geraten geradezu in Ekstase, als wir 3 verschlafene Enten sehen.

 

 

Ich befrage eine zu der Internet-Aussage, daß das Gönslower Ufer ein „Top-Vogelspot“ sei.

Sie sagt, diese Info sei eine Ente.

 

Ob wir an einem anderen See vielleicht mehr Glück haben?
Die Neuhöfer Teiche ganz in der Nähe scheinen tatsächlich ein echtes Paradies für die verschiedensten Arten von Enten, Gänsen, Schwänen, Reihern und Haubentauchern zu sein – so sieht es jedenfalls von dem Beobachtungstürmchen durchs Fernglas aus, durch das wir viele helle und dunkle Punkte auf einem Dutzend Seen sehen können.

Zuordnen oder gar photographieren können wir sie leider nicht, da uns unzählige „Naturschutzgebiet – Betreten verboten“-Schilder auf Abstand halten.
Unser Fazit: wo Menschen sind, sind keine Vögel, und wo Vögel sind, dürfen keine Menschen hin. Diese Einsicht ist ganz bestimmt vernünftig, aber auch ein bißchen traurig.

 

Meine beiden Hobby-Ornithologen lassen die Köpfe hängen.

Ich schlage ihnen vor, von Vogelbeobachtung auf Hundebeobachtung umzusteigen und stelle mich selbstlos als Studienobjekt zur Verfügung (hihi, man achte auf das Flügelchen J ).

 

 

Menschen sind ja so leicht abzulenken und als ich meinen beiden noch das Schweriner Schloss zeige, haben sie die Sache mit den Vögeln fast schon wieder vergessen.

Hauptsache, wir sind zusammen!

 

 

 

Und die Sache mit der Vogelbeobachtung kann sich ja noch entwickeln J

November 2017